RondiLoop: Der Schritt, den jedes Feedback-Tool auslässt

• von Tobias Schäfer • 4 min read

Fabriken hängten schon vor über hundert Jahren Vorschlagskästen auf. Die Ideen kamen hinein. Was aus ihnen wurde, kam selten zurück. Softwareteams machen das heute kaum besser. Sie sammeln Feature-Wünsche in einem Board, planen vielleicht ein paar davon, liefern einige aus, und dann sagt niemand der Person Bescheid, die gefragt hat.

RondiLoop ist um genau diesen fehlenden Schritt herum gebaut. Feedback-Board, Roadmap und Changelog an einem Ort, verbunden mit GitHub. Und wenn etwas live geht, bekommen alle, die es sich gewünscht haben, eine E-Mail.

Warum ich es gebaut habe

Ich betreibe mehrere Produkte: mitKai, ShopSignal, Postmint, den Brief-Generator und diese Seite. Feedback zu allen kam per E-Mail, über den Support und ab und zu per Direktnachricht. Einiges davon war gut. Nur wenig wurde zu einem Plan, und wenn etwas fertig war, wusste ich oft nicht mehr zuverlässig, wer danach gefragt hatte.

Zuerst habe ich mir die vorhandenen Werkzeuge angesehen. Die meisten sind auf größere Teams mit öffentlichen Boards ausgelegt. Manche rechnen pro erfasstem Nutzer ab, die Rechnung wächst also mit dem Erfolg. Andere rechnen pro Board ab oder verkaufen Roadmap, Changelog oder eigene Domain als Extra. Und fast alle hören damit auf, einen Status mit dem Issue-Tracker abzugleichen. Keins, das ich gefunden habe, macht aus einem gemergten Pull Request einen Changelog-Eintrag und sagt dann den Leuten Bescheid, die gefragt hatten.

Genau dieser letzte Teil war mir wichtig. Nutzern zu sagen „Du hast gefragt, wir haben es gebaut” kostet wenig und schafft Vertrauen. Trotzdem fällt er weg, weil er Handarbeit ist.

Ein Wunsch, von Anfang bis Ende

Die Idee ist ein einziger Kreislauf in vier Schritten.

Sammeln. Nutzer schicken Ideen, Fehlermeldungen und Fragen über ein kleines Widget in deiner App oder über eine eigene Seite auf deiner Feedback-Domain. Ohne Konto, drei Felder, ein paar Sekunden.

Planen. Feedback aus allen Produkten landet in einem Posteingang. Jeder Eintrag braucht eine Entscheidung: ablehnen, mit einem vorhandenen Wunsch zusammenführen oder auf die Roadmap setzen. Viele Wünsche können auf denselben Roadmap-Eintrag zeigen, so siehst du sofort, wie viele Leute etwas wollen.

Bauen. Ein Klick macht aus einem Roadmap-Eintrag ein GitHub-Issue, mit einer Zusammenfassung der Wünsche und ohne persönliche Daten. Wird ein Pull Request dafür geöffnet, wandert die Karte auf „In Arbeit”. Ist er gemergt, wandert sie auf „Umgesetzt”. Verschieben musst du nichts, außer du willst.

Bescheid geben. Du veröffentlichst ein GitHub-Release, so wie bisher. RondiLoop entwirft den Changelog-Eintrag aus den gemergten Pull Requests, geschrieben für Nutzer statt für Entwickler und in ihrer Sprache. Du liest ihn, passt ihn an und veröffentlichst. Dann bekommen alle eine E-Mail, die bei ihrem Wunsch eine Adresse hinterlassen haben: Das ist neu, und das hattest du dir gewünscht.

Ohne deine Prüfung geht nichts raus. Die KI schreibt Entwürfe und macht Vorschläge. Entscheiden tust du.

Für wen es ist

RondiLoop ist für kleine Softwareteams und Solo-Gründer, deren Code auf GitHub liegt. Wer ein oder mehrere Produkte betreibt, seinen Nutzern zeigen will, dass sie gehört werden, und keinen Zweitjob als Release-Notes-Autor sucht, ist hier richtig.

Für alle passt es nicht. Der Issue-Abgleich und die Changelog-Entwürfe brauchen GitHub. GitLab, Linear und Jira werden nicht unterstützt. Board, Roadmap und ein von Hand geschriebenes Changelog funktionieren aber auch ohne.

Preise: ein Workspace, ein Preis

Bei den Preisen wollte ich das Gegenteil von dem, was mich an den Alternativen gestört hat. Es gibt einen festen Preis pro Workspace, monatlich oder jährlich. Beliebig viele Endnutzer und beliebig viel Feedback. Alle Funktionen sind dabei, auch eigene Domains, der GitHub-Kreislauf und die KI-Entwürfe. Nichts wird pro erfasstem Nutzer oder pro Board abgerechnet.

Die genauen Preise gibt es zum Start. Wer auf der Early-Access-Liste steht, erfährt sie zuerst.

Datenschutz als Funktion

In Feedback steht oft etwas, das niemand öffentlich posten würde. Deshalb läuft RondiLoop auf Servern in Deutschland, mit Backups in der EU. Widget und öffentliche Seiten setzen keine Cookies und laden nichts von Dritten. Die Daten einer Person lassen sich direkt im Admin exportieren oder löschen, und abgeschlossenes Feedback wird nach 12 Monaten automatisch anonymisiert.

Die KI-Funktionen nutzen Claude von Anthropic. Bevor Text gesendet wird, werden E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Zahlungsdaten, IP-Adressen und der Name des Absenders maskiert. Ist das für ein Projekt immer noch zu viel, lässt sich die KI dort abschalten.

Für Teams im deutschsprachigen Raum zählt das doppelt: Widget, öffentliche Roadmap, Changelog und E-Mails gibt es auf Deutsch und Englisch, jeweils in der Sprache des Projekts.

Wo es steht

RondiLoop läuft. mitKai ist das erste Produkt darauf, mit eigener Feedback-Domain, meine anderen Produkte folgen. Dass ich es zuerst auf meinen eigenen Produkten nutze, ist Absicht. Jede Ecke, an der ich mich dort stoße, ist eine, an der sich kein Kunde mehr stößt.

Ein paar Dinge fehlen noch. Importe aus Canny, Featurebase, Fider und CSV sind geplant, aber es gibt sie heute nicht. Es gibt noch kein Startdatum und keine offene Registrierung. Der Weg hinein ist der Early Access.

Wenn du dir schon länger vornimmst, deinen Nutzern Bescheid zu geben, trag dich in die Early-Access-Liste ein. Die Kurzfassung steht auf der Projektseite.

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