Shopware 6 Hosting 2026: Was du brauchst und was es jetzt kostet

• von Tobias Schäfer • 9 min read

Wenn du für Shopware-Hosting eine Zahl aus einem Artikel von 2025 im Kopf hast, ist sie falsch.

Hetzner hat zum 15. Juni 2026 die Preise angehoben, bei den dedizierten Servern drastisch. Ein CCX23 mit 4 Kernen und 16 GB RAM kostete vorher 31,49 € netto. Jetzt kostet er 85,99 €. Der CCX13 ging von 15,99 € auf 42,99 €, der CCX33 von 62,49 € auf 138,49 €. Ursache sind die weltweiten DRAM-Preise, die 2026 durch die Decke gegangen sind, und Hetzner war nicht der einzige Anbieter, der nachgezogen hat.

Das verschiebt die Empfehlung, die ich zwei Jahre lang gegeben habe. Dieser Artikel arbeitet deshalb mit nachgerechneten Zahlen statt mit denen, die seit 2024 von Artikel zu Artikel weitergereicht werden: was Shopware 6 vom Server verlangt, welche Setup-Varianten es gibt, was sie im August 2026 tatsächlich kosten, und was du beim Wort „Managed” bekommst.

Alle Preise netto, ohne Umsatzsteuer. Stand: August 2026.


Die Kurzversion (wenn du es eilig hast)

ShopSetupHosting/Monat
Staging, TestsystemKleiner Root-Server, selbst gehostet11–20 €
Kleiner Live-Shop, bis ~10.000 ProdukteRoot-Server 16 GB + Backups + Mail + CDN40–130 €
Mittelgroß, bis ~100.000 ProdukteRoot-Server 32 GB + eigener Suchindex150–300 €
Kein eigenes Ops-Know-how im TeamManaged Hosting mit realistischen Specs150–300 €

Das sind reine Hosting-Kosten. Lizenz, Plugins und Entwicklung kommen obendrauf und stehen im Kostenartikel.


Was Shopware 6.7 vom Server verlangt

KomponenteAnforderung
PHP8.2, 8.3 oder 8.4
MySQLab 8.0.17 (fehlerhaft: 8.0.20, 8.0.21)
MariaDBab 10.11 (fehlerhaft: 10.11.5, 11.0.3)
Node.js20+ (nur für den Asset-Build)
Redis7.0+, laut Doku optional
php-redis-Extension6.1+ ab Shopware 6.7.7.0
RAM8 GB praktisches Minimum, 16 GB für Live-Shops

Drei Anmerkungen, die in keiner Anforderungstabelle stehen und trotzdem über deine Hosting-Wahl entscheiden.

Du brauchst SSH und Cronjobs. Shopware verarbeitet Bestellbestätigungen, Newsletter, Suchindex-Updates, Bildskalierung und Importe über eine Message Queue. Die läuft als CLI-Prozess, nicht im Webserver. Kein SSH, keine Queue. Keine Queue, keine Bestellbestätigung, und du merkst es erst, wenn ein Kunde anruft.

Das memory_limit ist der häufigste Stolperstein. 512 MB gelten als Untergrenze, für Importe und den Theme-Build ist 1 GB die ruhigere Wahl. Die offizielle Anforderungsseite nennt dazu keine Zahl, was erklärt, warum so viele Installationen mit 256 MB starten und beim ersten größeren Import abbrechen.

php-redis 6.1 ist die Falle beim 6.7-Upgrade. Ab Shopware 6.7.7.0 gilt Symfony 7.4 LTS, weil Symfony 7.3 im Januar 2026 aus dem aktiven Support gefallen ist. Symfony 7.4 hebt die Mindestversion der php-redis-Extension auf 6.1 und erzwingt sie über einen Composer-Konflikt. Ubuntu 24.04 LTS liefert php-redis 5.3 aus. Auf einem Standard-Ubuntu bricht das Upgrade also ab, bis du die Extension über ondrej/php, PIE oder ein passendes Docker-Image nachziehst. Mehr dazu im Upgrade-Artikel 6.6 auf 6.7.

Redis steht in der offiziellen Doku als optional. Für einen Ein-Server-Shop stimmt das. Sobald du zwei Applikationsserver hast, brauchst du einen gemeinsamen Session- und Cache-Speicher, und dann ist Redis nicht mehr optional, sondern die Voraussetzung dafür, dass Warenkörbe nicht verschwinden.


Shared, Root-Server oder Managed

Shared Hosting

Rechnerisch 5–20 € im Monat. Praktisch scheitert es an vier Stellen, und keine davon lässt sich mit Geld lösen:

  • memory_limit liegt typischerweise bei 128–256 MB, Shopware will 512 MB aufwärts.
  • Kein SSH, keine Cronjobs. Damit fällt die Message Queue aus.
  • Kein Redis, kein eigener Suchindex.
  • Keine Kontrolle über OPcache. Damit verschenkst du den größten Performance-Hebel, den PHP überhaupt hat.

Für einen Live-Shop: nein. Und wenn du nur etwas ausprobieren willst, nimm Docker auf dem eigenen Rechner. Schneller aufgesetzt, kostet nichts.

Root-Server, selbst administriert

Hier hat sich 2026 am meisten verschoben. Die beiden naheliegenden Anbieter im deutschsprachigen Raum, alles netto:

AnbieterPlanKerneRAMNVMeNetto/Monat
netcupRS 1000 G124 dediziert8 GB256 GB~10,75 €
netcupRS 2000 G128 dediziert16 GB512 GB~18,01 €
netcupRS 4000 G1212 dediziert32 GB1 TB~33,55 €
HetznerCX334 shared8 GB80 GB8,49 €
HetznerCCX132 dediziert8 GB80 GB42,99 €
HetznerCCX234 dediziert16 GB160 GB85,99 €
HetznerCCX338 dediziert32 GB240 GB138,49 €

netcup weist seine Preise inklusive Mehrwertsteuer aus, Hetzner ohne. Ich habe netcup hier umgerechnet, damit die Spalte vergleichbar bleibt.

Damit kippt ein Vergleich, der jahrelang eindeutig anders ausging. Der netcup RS 2000 G12 hat doppelt so viele dedizierte Kerne wie der Hetzner CCX23, gleich viel RAM, dreimal so viel Storage, und kostet ein Fünftel. Für ein Ein-Server-Setup ist das kein knappes Rennen.

Warum trotzdem jemand Hetzner nimmt: stündliche Abrechnung, saubere API, Snapshots, Load Balancer und Firewalls als Bausteine, ein gutes Panel. Wenn du Server automatisiert hoch- und runterfährst oder mehrere Umgebungen aus Terraform baust, ist das Geld wert. Wenn ein Server läuft und laufen bleibt, zahlst du für Flexibilität, die du nie abrufst.

netcup hat eigene Haken. Feste Monatslaufzeit statt stundengenauer Abrechnung, ein Panel aus einer anderen Designära, und Neubestellungen gehen gelegentlich durch eine manuelle Prüfung, bevor der Server bereitsteht. Für eine Maschine, die anschließend Jahre läuft, ist das verkraftbar.

Achte in beiden Fällen auf das Wort „dediziert”. Shared vCPUs sind für einen Shop die falsche Sparmaßnahme: Sie funktionieren im Normalbetrieb gut und brechen genau dann ein, wenn ein Crawler und deine Newsletter-Kampagne zusammentreffen.

Der eigentliche Haken bleibt bei beiden derselbe. Der Server gehört dir. Also auch die Updates, die Backups, das Monitoring und der Anruf um 23 Uhr.

Managed Shopware Hosting

Sinnvoll, wenn niemand im Team Server administrieren will oder kann. Was du dafür bekommst, ist allerdings weniger, als der Name nahelegt.


Was „Managed” tatsächlich enthält

Das ist der Punkt, an dem die meisten Verträge missverstanden werden. Ein guter Anbieter deckt ab:

  • Betriebssystem-Patches und Sicherheitsupdates
  • PHP-, MariaDB- und Redis-Updates innerhalb einer Major-Version
  • Monitoring, Backups und deren Wiederherstellung
  • Webserver-, OPcache- und FPM-Tuning für Shopware
  • Support für alles, was unterhalb deines Shops liegt

Was nicht enthalten ist, steht bei maxcluster erfreulich offen in der Preisliste: Eine Anwendungsmigration kostet 120 € pro Installation. Entwickler-Support, also die Analyse von Fehlern innerhalb der Anwendung, kostet 30 € je 15 Minuten, außerhalb der Bürozeiten 50 €. Das sind 120 bis 200 € in der Stunde für genau die Arbeit, von der viele annehmen, sie sei im Managed-Paket enthalten.

Konkret zahlst du also extra für:

  • Shopware-Versionssprünge, also 6.6 auf 6.7. Das ist ein Projekt, kein Serverdienst.
  • Plugin-Updates und die Konflikte danach
  • Fehler in deinem Theme oder deinem eigenen Code
  • Einen fehlgeschlagenen Asset-Build nach dem Wechsel auf Vite

Die Trennlinie verläuft am Server, nicht am Shop. Der Anbieter hält die Maschine am Laufen. Was darauf läuft, bleibt dein Problem.

Drei Fragen, bevor du unterschreibst:

  1. Wer führt den Sprung auf die nächste Shopware-Major-Version durch, und was kostet er nach Liste?
  2. Wie oft werden Backups getestet, nicht nur erstellt? Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung.
  3. Wie lang ist die Reaktionszeit außerhalb der Geschäftszeiten, und steht sie im Vertrag oder nur auf der Website?

Echte Monatskosten nach Shop-Größe

Server allein ist nie die Rechnung.

Kleiner Live-Shop, bis ~10.000 Produkte, selbst administriert

PostenNetto/Monat
Root-Server, 16 GB18–86 €
Backup-Speicher10 €
Transaktionsmails10 €
SSL (Let’s Encrypt)0 €
CDN (optional)0–25 €
Summe38–131 €

Die Spanne kommt fast vollständig aus der Anbieterwahl beim Server. Das ist neu, und es ist der Grund, warum der Abschnitt oben so ausführlich ist.

Mittelgroßer Shop, bis ~100.000 Produkte, selbst administriert

PostenNetto/Monat
Root-Server, 32 GB34–138 €
Suchindex als Service30–80 €
Backup-Speicher20 €
Transaktionsmails25 €
CDN25 €
Monitoring15 €
Summe149–303 €

Managed, mittelgroßer Shop

Bei maxcluster rechnet sich das so: Extended Web Cluster als Basis 39 €, dazu 15 € pro zusätzlichem GB RAM und 10 € pro Kern. Wer von 4 auf 16 GB aufstockt, zahlt allein dafür 180 €. Plus IPv4 für 4 € und Managed Basic als SLA für 60 €. Macht rund 300 € im Monat für eine Maschine, die bei netcup mit doppelt so vielen Kernen 18 € kostet.

Timme Hosting startet bei 149 € für 16 Kerne und 64 GB DDR5, zuzüglich 69 € Einrichtung, mit Redis und OpenSearch an Bord. Für kleine Shops überdimensioniert, für mittelgroße das ehrlichere Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Managed-Anbietern.

Dazu kommt der Posten, den keine Tabelle abbildet: die Stunden für Updates und Störungen. Rechne bei einem selbst administrierten Setup mit zwei bis vier Stunden im Monat. Bei einem Agentursatz ist das der größte Einzelposten der ganzen Liste, und genau da wird Managed Hosting rechnerisch interessant. Der Aufpreis von rund 280 € gegenüber netcup entspricht etwa zwei Stunden Agenturzeit.


Wann Kubernetes Overkill ist

Fast immer.

Die Schwelle liegt nicht bei einer Besucherzahl, sondern bei zwei Bedingungen gleichzeitig: Du brauchst mehrere Applikationsserver hinter einem Load Balancer, und du deployst häufig genug, dass manuelle Deployments zum Engpass werden. Beides zusammen trifft auf sehr wenige Shopware-Projekte zu.

Bis dahin skalierst du günstiger und langweiliger: größerer Server, Datenbank auf eine eigene Maschine, Suchindex ausgelagert. Ein einzelner gut konfigurierter Server trägt deutlich weiter, als die Cloud-Marketingfolien vermuten lassen. Bei den aktuellen RAM-Preisen ist der Abstand sogar größer geworden, weil jeder zusätzliche Node jetzt spürbar wehtut.

Wenn du Kubernetes einführst, weil das Setup sonst nicht skaliert, ist das eine Entscheidung. Wenn du es einführst, weil es im Lebenslauf gut aussieht, zahlt der Shop dafür.


Meine Shortlist

Selbst administriert: netcup ist seit Juni 2026 die klare Empfehlung für Shopware, weil dedizierte Kerne und RAM dort ein Vielfaches günstiger sind. Hetzner bleibt richtig, wenn du Infrastruktur automatisiert aufbaust und stundengenaue Abrechnung, API und Snapshots wirklich nutzt.

Managed: maxcluster kennt Shopware und nicht nur PHP, und die offene Preisliste macht die Kalkulation ehrlich. Rechne den Konfigurator aber vollständig durch, bevor du dich am Einstiegspreis orientierst. Timme Hosting liefert Redis und OpenSearch mit und ist ab mittlerer Shopgröße das bessere Angebot. Mittwald hat mit 21 € für den vServer den günstigsten Managed-Einstieg der Liste, Redis inklusive, veröffentlicht dafür aber keine Specs. Der Dedicated Server dort beginnt bei 169 €.

Keine Affiliate-Links, keine Provision. Ich verdiene an keiner dieser Empfehlungen.

Was in dieser Liste fehlt, ist Absicht: Anbieter, die „Shopware Hosting” bewerben, aber im Support keine Shopware-Erfahrung haben. Die erkennst du im Vorgespräch mit einer einzigen Frage. Frag, wie sie mit einem hängenden messenger:consume-Prozess umgehen. Wer zurückfragt, was das ist, verkauft dir Webspace mit einem Aufkleber drauf.


Häufige Fragen

Warum sind die Preise 2026 gestiegen? Die weltweiten DRAM-Preise. Hetzner hat zum 15. Juni 2026 angepasst, andere Anbieter ebenfalls. Betroffen sind vor allem RAM-starke Pläne, also genau die, die ein Shop braucht.

Wie viel RAM brauche ich? 8 GB für einen kleinen Live-Shop, 16 GB für mittelgroße. Der Bedarf entsteht weniger durch PHP als durch MariaDB, Redis und den Suchindex, die alle gleichzeitig Speicher wollen.

Brauche ich Elasticsearch oder OpenSearch? Shopware nennt „mehrere tausend Datensätze” als Richtwert. Darunter reicht die datenbankbasierte Suche.

Lohnt sich ein separater Datenbankserver? Ab dem Punkt, an dem MariaDB und PHP-FPM sich auf derselben Maschine um RAM streiten. Bei 32 GB und moderatem Traffic bist du davon noch weit entfernt.


Wenn du dich für einen Server entschieden hast, fehlt noch die Konfiguration: PHP-FPM-Pool-Größe, OPcache und Redis. Falsch eingestellt kostet dich ein gut ausgestatteter Server mehr Performance, als der nächstgrößere dir zurückgibt. Dazu folgt ein eigener Artikel.

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